900 Jahre Arnbach
Festreden des Abends von
- Horst Martin Bürgermeister
- Frank Kreeb Bürgermeister i.R. (Engelsbrand) letzer Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Arnbach
- Grußwort des Landrats
Bildernachlese des Festabends
Blick in die Geschichte Arnbachs Am kommenden Samstag, 12. Juni 2010, in der Arnbachhalle / Rückschau auf Höhen und Tiefen der einst selbständigen Gemeinde / Seit 1975 Stadtteil von Neuenbürg / Bürgermeister i. R. Frank Kreeb hält die Festrede.
Der bekannte Ort Arnbach im sog. Kirschengäu, bis 1975 selbständige Gemeinde und dann Stadtteil von Neuenbürg, wurde im vergangenen Jahr 900 Jahre alt. 1109 erstmals erwähnt, erlebte dieser Ort am Nordrand des Schwarzwaldes ebenso Höhen und Tiefen wie andere Kommunen auch. Und dennoch gibt es Ereignisse und Geschehnisse, die besondere Aufmerksamkeit und Erwähnung verdienen.
Die 900-Jahr-Feier stand eigentlich im vergangenen Jahr an, doch hat man sich entschieden, aufgrund anderer Vereinsjubiläen im Stadtgebiet und im Stadtteil selbst, dieses Jubiläumsfest um ein Jahr zu verschieben. Nun blicken also die Arnbacher heuer auf 900 Jahre und ein weiteres Jahr zurück. Deshalb veranstaltet die Stadt Neuenbürg im Zusammenwirken mit der Festgemeinschaft Arnbach am
Samstag, 12. Juni 2010
in der Arnbachhalle diesen besonderen Jubiläumsfestabend mit geladenen Gästen sowie mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus der Gesamtstadt Neuenbürg.
Beginnen wird dieser Festabend um
18.30 Uhr
mit einem Sektempfang im Foyer der Halle.
Weiter geht es dann um 19.00 Uhr mit dem eigentlichen Programm, das von Schülern der Grundschule Arnbach, der Chorgemeinschaft „Sängerbund“ und dem „Frauensingkreis“ sowie dem „Weitblick“-Chor – in einer Chorgemeinschaft vereint – sowie dem Akkordeon-Orchester Arnbach gestaltet und mit Liedern und Musik umrahmt wird.
Die Festrede wird der letzte Bürgermeister der einstmals selbständigen Gemeinde Arnbach, Frank Kreeb (nachmaliger Bürgermeister der Gemeinde Engelsbrand), halten. Er wird natürlich auf die Geschichte des Ortes, auf politische wie wirtschaftliche Entwicklungen, auf Höhen und Tiefen und kommunale Besonderheiten eingehen. Als direkt betroffener „Zeitzeuge“ kann er die letzte Phase im Zuge der großen Gemeinde- und Kreisreform der 70er-Jahre im vorigen Jahrhundert aufzeigen, jene Zeit, welche letztendlich die Aufgabe der Selbständigkeit und Eingemeindung Arnbachs nach Neuenbürg zur Folge hatte.
Bürgermeister Horst Martin wird ebenso das Wort ergreifen. Verschiedene Ehrengäste – darunter Abgeordnete des Bundes und des Landes sowie der Landrat des Enzkreises – haben ihr Kommen zugesagt. Auch von dieser Seite wird es Grußworte geben.
Es wird sicherlich ein beeindruckender Festabend sein, zu dem natürlich die Bürgerinnen und Bürger der Gesamtstadt Neuenbürg, und nicht nur des Stadtteils Arnbach besonders willkommen sind. Ein weiterer Höhepunkt des Jubiläumsgeschehens in Arnbach werden dann die kunterbunten und abwechslungsreichen Festtage von
Freitag, 2. Juli bis Sonntag, 4. Juli sein.
Die Festgemeinschaft Arnbach als Veranstalterin hat sich für dieses „Event“ in und um die Arnbachhalle enorm viel einfallen lassen – sowohl für die großen wie für die kleinen Besucher. Aber darüber wird noch ausführlich berichtet.
Die Festgemeinschaft als solche setzt sich zusammen aus dem Arnbacher Sport-Verein, dem Akkordeon-Orchester, der Feuerwehr-Abteilung, dem Frauensingkreis und dem Sängerbund, dem „Weitblick“-Chor, dem Obst- und Gartenbauverein, der evang. Kirchengemeinde, der Grundschule und dem Kindergarten. Viele ehrenamtliche Helfer haben in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung diese festlichen Tage im Jubiläumsjahr des Stadtteils mit langer Hand geplant und vorbereitet. In besonderer Weise sind als Akteure an der „Spitze“ der Festgemeinschaft Erwin Söder, Jürgen Diernberger und Ulrich Nittel zu nennen, die mit rührigem Engagement viel geleistet haben. Ihnen und allen, die hinsichtlich der Organisation und Vorbereitung mitgeholfen haben sowie an der Durchführung der Jubiläumsveranstaltungen beteiligt sein werden, gilt aufrichtiger Dank. Ohne ihre aktive Unterstützung wäre die 900-Jahr-Feier Arnbachs nicht möglich gewesen.
Kleiner Blick in die Geschichte:
Arnbach ist der größte Stadtteil Neuenbürgs und hat aktuell 1690 Einwohner. Der Ort findet erstmalig im Jahre 1109 Erwähnung und zwar durch eine kirchliche Aufzeichnung. Aus dem Jahr 1271 datiert der Eintrag, demnach schenkten die Grafen von Calw-Vaihingen dem Kloster Herrenalb Einkünfte aus ihrem Dorf „Arenbach“. Die alte Schreibweise und die Aussprache des Ortsnamens bei gebürtigen Arnbachern lässt noch die alte Bezeichnung „Ahornbach“ erkennen, so nannte man wohl den durch fließenden Bach. Die Entstehung der Siedlung dürfte von den Rodungen der Herren von Straubenhardt herrühren (2. Waldgang). Im Jahre 1442 gingen die Pfarrechte des Kirchspiels Gräfenhausen/Arnbach an Württemberg über. Erst 1527 folgten auch die Vogtei und die Zehntrechte. Ein paar Jahre später, als Folge der Reformation wurde das Kirchspiel 1534 evangelisch.Das Dorf liegt in einer Mulde am Nord-West-Hang des nordöstlichen Schwarzwaldes zwischen 350 und 450 Meter hoch und auf der Grenze zwischen Buntsandstein und dem fruchtbareren Muschelkalk. Die Siedlung war ganz auf die land- und forstwirtschaftliche Nutzung ausgerichtet. Wobei der Obstbau – speziell der Anbau von Kernobst, besonders Kirschen – in diesem Ort eine große Bedeutung besaß. Nicht umsonst ist Arnbach noch heute ein kleiner Mittelpunkt des “Kirschengäus“. Sogar Weingärten besaßen die Arnbacher – allerdings auf fremder Gemarkung in Ottenhausen und Niebelsbach. Der letzte wurde 1913 gerodet. Ausgedehnte Mischwälder trugen erheblich zum Lebensunterhalt des Dorfes bei. Mehrere Lauf- und Pumpbrunnen sicherten eine gute Wasserversorgung. Das Bürgerrecht hatte in Arnbach schon seit frühen Zeiten enorme Bedeutung. Dieser Bedeutung angemessen waren auch die Leistungen der Gemeinde an die Bürger, den sogenannten „Bürgernutzen“ in Form von Holz.Wie alle Orte der Umgebung hatte Arnbach in den Kriegszeiten des 17. Jahrhunderts schwer zu leiden: 1618 gab es 34 Bürger, 1652 nur noch 14 Bürger, die Hälfte der Gebäude war zerstört und der größte Teil der Bevölkerung ums Leben gekommen.Rund 50 Jahre später traf der Pfälzer Erbfolgekrieg (1695) die gesamte Gegend und damit auch Arnbach in härtester Weise. Ebenso herb waren die Folgen durch die napoleonischen Kriegszüge Ende des 18. Jahrhunderts in dieser Region.
Wie überall trafen aber auch Seuchen und Epidemien die Bevölkerung hart. Langsam erholte sich die Einwohnerzahl wieder und stieg vor allem ab Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem Dank der guten Politik des württembergischen Königs Wilhelm I. beachtenswert an. Schließlich sicherte der Bau der Eisenbahnlinie im Enztal sicherte den Gemeinden des Oberamts Neuenbürg neue örtliche Entwicklungen und berufliche Möglichkeiten, durch die stark gewordene Schmuckfabrikation in Pforzheim.
Arnbach wurde im Zuge der Gemeinde- und Kreisreform 1975 nach einigen Turbulenzen, aber dann – wegen staatlicher Zuschussmöglichkeiten – auf der Freiwilligkeitsbasis nach Neuenbürg eingemeindet. Die für viele nicht leichte Aufgabe der Selbständigkeit und die Eingemeindung nach Neuenbürg im Jahre 1975 wurde dennoch in einer guten Atmosphäre vollzogen und somit die gemeinsame Zukunft nicht verbaut, auch nicht – was herauszuheben ist – die Integration der Arnbacher Auch danach nahm Arnbach durch die Schaffung neuer Infrastruktur (Arnbachhalle, Kindergarten, Feuerwehrmagazin, Baulanderschließung, aufwändigen Verkehrsmaßnahmen etc.) weiteren Aufschwung und trug selbst vor allem in entscheidender Weise durch den beachtlichen Gelände- und Waldreichtum auf dem Buchberg zur Weiterentwicklung Neuenbürgs bei, denn die Gewerbeansiedlung und die Wohnbebauung auf der Wilhelmshöhe bzw. dem Buchberg wäre ohne die Eingemeindung Arnbachs nicht zu realisieren gewesen. Aber über die Geschichte der einstens selbständigen Gemeinde und des heutigen Stadtteils wird am kommenden Samstag Abend ausführlicher Betrachtung unterzogen. Zudem sind an diesem Abend auf Stellwänden interessante Aufnahmen von der alten Zeit bis zur Gegenwart zu bewundern. Es lohnt sich, in die alte und junge Geschichte dieses Ortes „einzutauchen“!
(Text / Fotos: J. Härter)
MÜNZE
Die Münze kann am 3. und 4. Juli während des Jubiläumsfestes erworben und selbst geprägt werden.
Bestellungen nimmt die Festgemeinschaft gerne entgegen. Tel. 07082 411 50
Programmhinweise
PLAKAT der Feierlichkeiten
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