Arnbach im Kirschengäu

 

Die schöne Lage des Ortes zwischen den Wäldern des Schwarzwaldes und der Streuobstwiesenlandschaft des Vorlandes hat Arnbach zu einem beliebten Wohnort gemacht. Ca. 1.600 Menschen wohnen und leben hier. Auffallend ist das gepflegte Dorfbild mit sorgsam gestalteten Häuser und schönen Gärten. Im Frühjahr verwandeln Tausenden von blühenden Kirschbäumen den Ort in eine heitere Frühlingslandschaft.

 

Die erste Erwähnung findet sich im Codex Hirsaugiensis von 1109. Aus dem Jahr 1271 datiert der Eintrag, demnach schenkten die Grafen von Calw-Vaihingen dem Kloster Herrenalb Einkünfte aus ihrem Dorf Arenbach. Die alte Schreibweise und die Aussprache des Ortsnamens bei gebürtigen Arnbachern lässt noch die alte Bezeichnung „„Ahornbach“ erkennen, so nannte man wohl den durch fließenden Bach. Das Dorf liegt in einer Mulde am Nord-West-Hang des nordöstlichen Schwarzwaldes zwischen 350 und 450 Meter hoch und auf der Grenze zwischen Buntsandstein und dem fruchtbareren Muschelkalk. Das Klima begünstigt den Anbau von Kirschen und anderen Obstbäumen. Sogar Weingärten besaßen die Arnbacher - allerdings auf fremder Gemarkung in Ottenhausen und Niebelsbach. Der letzte wurde 1913 gerodet. Ausgedehnte Mischwälder trugen erheblich zum Lebensunterhalt des Dorfes bei. Mehrere Lauf- und Pumpbrunnen sicherten eine gute Wasserversorgung.

 

Kirchlich gehörte Arnbach von jeher zu seiner Mutterkirche Gräfenhausen. Bis zum Bau der Arnbacher Kirche 1953-55 mussten die Arnbacher ihre Toten auf dem Gräfenhäuser Friedhof beerdigen. Das „Totenwegle“ zeugt von dieser jahrhundertealten Einrichtung.

 

Wie alle Orte der Umgebung hatte Arnbach in den Kriegszeiten des 17. Jahrhunderts schwer zu leiden: 1618 gab es 34 Bürger, 1652 nur noch 14 Bürger, die Hälfte der Gebäude war zerstört. Wie überall trafen Seuchen und Epidemien die Bevölkerung hart. Langsam erholte sich die Bevölkerungszahl wieder und stieg vor allem im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts stark an. Heute leben in Arnbach etwa 1300 Menschen.

 

Lebensgrundlage für die Arnbacher war von jeher die Land- und Forstwirtschaft. Hinzu kommt der beachtliche Waldbesitz der Gemeinde, der der gesamten Gemeinde wie auch ihren einzelnen Bürgern eine Einnahmequelle bot. Der Waldbesitz war so begehrt, dass einheiratenden Männern der kostenlose Holzbezug durch die Gemeinde erschwert wurde. Wie wichtig der Obstbau war, verdeutlicht die Bestimmung, wonach die Arnbacher jeweils zwei veredelte Obstbäume zu ihrer Hochzeit pflanzen mussten. Auf dem Rathaus musst ein mit Namen gekennzeichneter Feuerlöscheimer deponiert werden, um im Brandfall die „Eimerkette“ zwischen Wasserstelle und Brandherd zu verstärken.

 

Die Oberamtsbeschreibung von 1860 beschreibt die Arnbacher als „im allgemeinen geordnete, emsige Einwohner in erfreulichen Vermögensverhältnissen, keine Armen, die von Gemeinde-Unterstützung abhängig sind.“ Jahrhundertelang bot der Obstbau mit kleiner Landwirtschaft und die Waldarbeit ein geradeso erträgliches Auskommen. Wie überall verbesserte sich die Situation mit dem Aufschwung der Pforzheimer Schmuckindustrie. Viele Menschen fanden dort Arbeit als Fasser, Polierer, Ketter, Goldschmied. Wie die Bezeichnung „Goldschmiedsbäuerle“ sinnfällig zusammenfasst, arbeiteten viele tagsüber in der Schmuckindustrie und abends in eigenen Landwirtschaft. Mit dem Verkauf von Obst und Beeren konnten die Frauen auf dem Markt ein weiteres Zubrot erzielen.

 

Bis 1974 war Arnbach ein selbständiges Dorf mit eigenem Bürgermeister und Gemeinderat, seit 1830 sogar mit eigenem Rathaus in einem repräsentativen Gebäude. Wie früher üblich, war dort auch das Schulzimmer mit Lehrerwohnung untergebracht, bis 1913 ein eigenes Schulhaus gebaut wurde. Nach der Gemeindereform wurde Arnbach Ortsteil von Neuenbürg.