Dennach - Das höchste Dorf im Enzkreis



 

Der kleine Höhenort Dennach liegt im Dreieck zwischen Dobel, der Schwanner Warte und der Eyachbrücke. Herrlich ist an schönen Tagen der Blick von den Höhen bis hinunter ins Rheintal. Mit dem steigenden Fremdenverkehr in den Schwarzwald kamen verstärkt Übernachtungsgäste in den mit dem Prädikat „Erholungsort“ ausgezeichneten Höhenort. Die schöne Aussicht und ruhige Lage zieht auch noch viele Wanderer und Tagesausflügler an. Eine besondere Attraktion im Jahreslauf der Dennacher Feste ist die „Märchenbeleuchtung“. Die zauberhafte Atmosphäre rund um das Dennacher Schulhaus lockt an diesem Wochen-ende Tausende von Besuchern in den kleinen Ort. Phantasievoll eingekleidet spielen Kinder Szenen aus den Märchen nach und genießen die Aufmerksamkeit der Zuschauer mit einem Mischung aus Lampenfieber und Spielfreude.

 

Die kleine Ortschaft liegt auf dem Rücken des Lindenberges auf etwa 700 Meter Höhe. Wann der Ort „Tenech“, die Stelle mit Tannen, gegründet wurde, ist unklar. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1368, das Dorf ist aber sicher älter. Mutterkirche für Dennach war, wie für Arnbach auch, die Kirche in Gräfenhausen. Orts- und Gerichtsherren war die Herren von Straubenhardt, zu deren Sprengel auch die Orte Schwann, Dobel, Pfinzweiler, Rudmersbach, Oberniebelsbach und Langenalb gehörten.

 

Um 1382 verkauften die Herren von Straubenhardt einen Teil ihres Dorfes Dennach an Baden, 1442 einen weiteren Teil an Württemberg, bis diese im 16. Jahrhundert die alleinige Herrschaft über den Ort ausüben konnten. Steinernes Zeugnis der Grenzlage Dennachs zwischen Baden und Württemberg war das Schwabentor, von dem heute noch ein Rest zu sehen ist. An der Wegsteige vom Enztal in das ehemalige badische und kurpfälzische Gebiet gelegen, diente es lange Zeit als Zollstelle.

 

Wichtigste Lebensgrundlage der Dorfbewohner war der Wald. Wie in vielen Höhenorten war die Landwirtschaft beschränkt auf Getreidearten und Pflanzen, die das raue Klima vertragen. Die Waldnebennutzungen, wie Köhlerei und Beeren sammeln, Waldweide für die Schweine sowie Holzhauerei, Fuhrdienste waren für die Bewohner eine wichtige Einnahmequelle. Zwischen 1815 und 1840 kam der Eisenerzbergbau zu kurzer Blüte. Nach der Stilllegung bieten die Gruben heute Unterschlupf für verschiedene Fledermausarten.

 

Schon im 14. Jahrhundert ist eine Mühle im oberen Rotenbachtal nachgewiesen, die 1914 abbrannte und nicht wieder aufgebaut wurde. Weitere Mühlen standen im Eyachtal und am Tröstbachhof. Zu einem großen Unternehmen entwickelte sich die Sägmühle im unteren Rotenbachtal, die als Fa. Krauth und Co. auf Höfener Gemarkung zeitweise das „größte Etablissement seiner Art in Württemberg“ wurde. Im Jahr 1856 erwarb der „Flößerkönig“ Philipp Krauth die Mühle und erweiterte sie kurz darauf mit einem Floßkanal. Damals beschäftigte man noch 25 Personen, 30 Jahre später schon 300, in den besten Zeiten 450. Auch die Papierfabrik auf der Lemppenau, heute das Restaurant „Alte Mühle“ beschäftigte etliche Dennacher. Jeden Tag gingen sie den steilen „Kniebrecherweg“ ins Enztal hinab zu ihren Arbeitsplätzen - immerhin mussten 270 Höhenmeter überwunden werden. Viele fuhren von der Station Rotenbach mit der Bahn nach Neuenbürg auf die Sensenfabrik oder in die Pforzheimer Schmuckindustrie. Die kleine Landwirtschaft wurde derweil von den Frauen versorgt.

 

Der Zweite Weltkrieg traf die Dennacher hart. Im Herbst 1944 fielen Bomben im Gewann Hausäcker, die das Dorf glücklicherweise verfehlten. Im Verlauf der Kriegshandlungen zwischen Dennach, Schwann und Conweiler wurden zahlreiche Häuser zerstört und 11 Menschen verloren ihr Leben.