
Wilhelm Ganzhorn verbindet Neuenbürg und Straubenhardt
Straubenhardter und Neuenbürger feiern gemeinsam ihren berühmten Bürger – Statt Wanderungen diesmal Volkslieder (Bericht von Ilona Prokoph – Pforzheimer Zeitung)
... und die Sing- und Musikgruppe 'Jahreszeiten' unter der Leitung von Jürgen Widmann (links) sorgten für die musikalische Begleitung.
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Zu einem romantischen Fest mit leisen Tönen, Anekdoten und Wissenswertem über den früheren Oberamtsrichter Wilhelm Ganzhorn (1818 bis 1880) wurde das dritte Begegnungsfest der beiden Kommunen Neuenbürg und Straubenhardt.
Am letzten Freitagabend hatten sich rund 250 Besucher und Akteure im idyllischen Ambiente des Schlossgartens in Neuenbürg eingefunden, gemeinsam an den berühmten früheren Mitbürger Wilhelm Ganzhorn zu erinnern, der über sein Gedicht „Das stille Tal“ das weltbekannte Volkslied „Im schönsten Wiesengrunde“ getextet hatte.
Von 1844 bis 1854 wirkte Ganzhorn im ehemaligen Oberamt Neuenbürg. Straubenhardts ehemaliger Hauptamtsleiter Hubert Mahle gestaltete mit unterhaltsamen Texten den Abend als Moderator. Und auch der Mitinitiator der Begegnungsfeste, Jürgen Härter von der Stadt Neuenbürg weilte nach einer Operation unter den Besuchern.
Zum 125. Todestag von Wilhelm Ganzhorn fand das erste Begegnungsfest im Jahr 2005 mit einer Wanderung von Neuenbürg nach Straubenhardt-Conweiler zum Rössle und in den Wiesengrund statt. Letztes Jahr führte die Wanderung dann von Conweiler sozusagen auf den Spuren des früheren Oberamtsrichters wieder zurück nach Neuenbürg. Und dieses Jahr gedachte man gemeinsam mit Volksliedern vom Gesangverein Freundschaft Conweiler unter Leitung von Bernd Philippsen, dem Sängerbund Arnbach unter dem Dirigat von Esther Klöttschen-Rau und der Sing- und Musikgruppe „Jahreszeiten“ aus Straubenhardt unter der Leitung von Jürgen Widmann dem berühmten Bürger beider Kommunen.
In Conweiler fand der damalige Neuenbürger Amtsrichter – als gesetzlicher Vertreter des Oberamtsrichters – und spätere Oberamtsrichter Wilhelm Ganzhorn auch die Liebe seines Lebens in der schönen Rösslewirtstochter Luise Alber, die er später (1851 in der Stephanskirche Feldrennach) heiratete.
Ganzhorns Urenkel, Dr. Jürg Arnold hat die Biographie des Juristen und engagierten Freizeitdichters, der 1841 mit Ferdinand Freiligrath das „Schwäbische Volksliederbuch“ herausgab, auf knapp 400 Seiten zusammengetragen. Dr. Arnold war leider ebenso wie Neuenbürgs Altbürgermeister Theo Schaubel und Straubenhardts Schultes Willi Rutschmann verhindert, ließ jedoch herzliche Grüsse überbringen. Der erste Bürgermeister-Stellvertreter Horst Reister überbrachte die Grüße der Gemeinde Straubenhardt.
„Petrus spielt mit“, freute sich Neuenbürgs Bürgermeister Horst Martin in seiner freundlichen kurzen Begrüßungsansprache. Und auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunter Krichbaum freute sich, dass mit diesen Begegnungsfesten eine schöne Tradition aufgegriffen wurde. „Damit wird Brauchtum und Erinnerung mit dem Blick nach vorne gepflegt“, so Krichbaum.
Klar, dass die Gesangvereine und die Musikgruppe sich an diesem Abend mit Liedern von Friedrich Silcher befassten und sich hauptsächlich dem Lied „Im schönsten Wiesengrunde“ widmeten. Dafür gibt es eine ganze Anzahl unterschiedlicher Chorsätze, weshalb es nicht immer einfach sei, verschiedene Chöre mit einem gemeinsamen Chorsatz zu vereinen, war von Hubert Mahle zu erfahren. Trotzdem sei erst vor wenigen Jahren gerade dieses Volks- und Heimatlied „Im schönsten Wiesengrunde“ in seiner volkstümlichen Fassung mit großer Mehrheit zum beliebtesten deutschen Volkslied gewählt worden.
Vom Schlossteam berichtete Elke Osterloh über die Zeit von 1844 bis 1854 – als Ganzhorn hier weilte – von einer Zeit voller Not in der Revolution, für die sich Ganzhorn als Schriftführer auch im Volksverein eingesetzt habe, die aber niedergeschlagen wurde. Badische und schwäbische Mundart gab der gebürtige Neuenbürger Karl Kugel zum Besten. Und beim später entfachten wärmenden Lagerfeuer (wie in früheren Zeiten) blieben die Besucher noch lange sitzen und sangen gemeinsam mit der Gruppe „Jahreszeiten“ - Jürgen Widmann (Mundharmonika), der auch maßgeblich an der Organisation des Abends beteiligt war, und seinen Musikern Hannelore Froese (Mandoline), Gerhard Reister (Gitarre) und Helmut Hepfer (Mundharmonika) - zu altbekannten Volksliedern.
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