#Natur nah dran!
Projekt mit dem Naturschutzbund nimmt Gestalt an
„Natur nah dran“ ist ein Kooperationsprojekt des Umweltministeriums Baden-Württemberg und desNABU Baden-Württemberg. Städte und Gemeinden verwandeln öffentliche Grünflächen mit Wildpflanzen in insektenfreundliche Blumenwiesen und Säume. Dazu erhalten sie finanzielle Förderung, praxisnahe Schulungen und fachliche Unterstützung. Neuenbürg ist in diesem Jahr eine von 15 geförderten Kommunen.
Jeder Quadratmeter zählt für Wildbienen und Schmetterlinge
Insekten wie Scherenbienen oder der Schwalbenschwanz-Falter benötigen dringend mehr Lebensräume. Der fortschreitende Rückgang ihrer Bestände rückt immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit. Auch kommunale Flächen bieten großes Potenzial, um sie zu unterstützen: Grünstreifen, Verkehrsinseln oder Brachflächen werden mit den passenden Wildpflanzen zu blühenden Biotopen. Die im Rahmen des Projekts umgestalteten Flächen sollen als Beispiel dienen und zur Nachahmung anregen. Positiv wirkt sich die Umgestaltung der Flächen auch auf die Pflege aus. Nachdem die Pflanzen angewachsen sind, muss weniger gemäht und gegossen werden.
Mehr blühende Vielfalt: Umwandlung der ersten Flächen in Neuenbürg hat begonnen
Seit dieser Woche werden die im Rahmen des Projekts ausgewählten Flächen in Neuenbürg vorbereitet, die mit Wildpflanzen insektenfreundlich umgestaltet werden. Das bedeutet, dass sie zum Teil ausgebaggert und mit einem Gemisch aus Schotter und Kompost wieder aufgefüllt werden. Dies ist nötig, damit die Wildblumen und Wildstauden dort gedeihen können – sie benötigen einen sehr mageren Boden, um optimal wachsen zu können. „Die Flächen sehen für ein paar Wochen natürlich zunächst recht grau aus oder werden sogar mit einem neuen Parkplatz verwechselt. Doch keine Bange: schon im nächsten Jahr blühen hier die ersten Wildpflanzen für Tiere wie Mauerbienen, Stieglitze oder Schachbrettfalter“, erklärt NABU-Projektleiter Martin Klatt. „Es braucht jetzt etwas Geduld, aber in den nächsten ein bis zwei Jahren werden sich die Flächen immer mehr zu wertvollen und langjährigen Lebensräumen entwickeln.“
Schotterflächen sind keine Schottergärten oder Parkplätze
Die „Natur nah dran“-Flächen sind nicht mit den Schottergärten zu verwechseln, die für Insekten und Vögel nutzlos sind. Zwar kommt in einige Projekt-Flächen ebenfalls grobes Material, aber immer in Kombination mit feinen Anteilen, wie Sand oder Schluff, die gewährleisten, dass die Samen ausreichend Bodenkontakt haben und Wurzeln sich ausbilden können. Ergänzt wird das mineralische Substrat durch Grünschnittkompost. So können Wildpflanzen gedeihen, die in einem Schottergarten kaum eine Überlebenschance hätten.
Großer Pflanztag am 24. September
Damit die Umgestaltung zu naturnahen Flächen erfolgreich und nachhaltig erfolgt, finden im Verlauf des Projektes immer wieder Workshops und Schulungen statt. Praxiserfahrung wird dabei in ausgewählten Projektgemeinden gesammelt, wo sich die Mitarbeitenden aus mehreren Gemeinden treffen um unter Anleitung der Fachleute die unterschiedlichen Pflanzmethoden zu erlernen. Neuenbürg hat das große Glück, als Pilotgemeinde ausgewählt worden zu sein! Am 24. September werden Gärtnerinnen und Gärtner aus allen Projektgemeinden die Neuenbürger Projektflächen anlegen.










